Investition in die Informatik-Ausbildung
März 10, 2008 at 10:14 | In Nicht kategorisiert | 1 CommentEin weiterer Punkt in der Eröffnungsrede der politischen Vertretung im Patronat der informatica08 ist folgendermassen formuliert:
„Investieren wir in die Ausbildung von Informatikern und Informatikerinnen – dass der Frauenanteil an den ICT-Abschlüssen nur bei 10,4% liegt, genügt mir nicht.“
Die Frage des geringen Frauenanteil thematisiere ich in einem späteren Eintrag.
Zur Investition in die Ausbildung von Informatikern und Informatikerinnen:
Eine Investition sollte an und für sich schnell umgesetzt werden können. Die Frage ist jedoch, ob eine solche Investition tatsächlich notwendig ist, und falls ja, wie man sie am besten einsetzen will, um fehlende Informatikstudierende bzw. -lehrabsolvierende mobilisieren zu können.
Laut ICTSwitzerland, Dachorganisation der wichtigsten Verbände und Organisationen des schweizerischen Informatik- und Telecomsektors, gibt es in der Schweiz ein vollständiges und gutes Ausbildungsangebot. Dieses werde aber ungenügend genutzt. *mehr zu dieser Aussage*
Daraus schliesse ich, dass das Problem der fehlenden Studien- bzw. Lehranfänger nicht im Ausbildungsangebot liegt, sondern andere Gründe hat.
Eine finanzielle Unterstützung der Informatikausbildung auf Lehr- und Studienniveau ist natürlich kein Fehler, doch packt sie die Wurzel des Problems bzw. der Probleme offensichtlich nicht an.
Vielmehr muss dafür gesorgt werden, dass schon in früheren Stufen die Informatik ihren verdienten Platz findet und dadurch mehr Schüler /- innen für diese Wissenschaft begeistert werden. Da ist in meinen Augen eine finanzielle Unterstützung zwingend erforderlich. (Näheres zu diesem Thema in einem späteren Eintrag)
Ich denke, dass mit einer sinnvollen Einführung der Informatik in der Grundschule ein Problem des Informatikstandortes Schweiz effektiv angegangen werden kann.
Doch darf man dabei nicht vergessen, dass der momentane Zustand nicht nur davon abhängt, sondern auf mehreren unterschiedlichen Komponenten beruht, die entdeckt, thematisiert und in Angriff genommen werden müssen.
Eine Investition klingt immer positiv. Doch auch bei diesem Punkt bin ich ziemlich unglücklich mit der Aussage, die schlussendlich getätigt wird. Ich habe dabei einfach das Gefühl, dass in der Politik noch gar nicht klar ist, welche Dimensionen diese Problematik inne hat.
1 Kommentar »
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Hoi Rea
Mit Gewalt an der Schule lässt sich eben leichter Politik machen als mit Informatikunterricht. Beim ersteren gehen die Emotionen hoch und beim letzteren muss nüchtern und sachlich nachgedacht werden. Mit Nachdenken lassen sich keine Wahlen gewinnen.
In der Politik lässt sich dennoch einiges Bewirken durch Lobbying und persönliche Kontakte. Vielleicht müssten auch die Informatikerkreise permanent mehr Öffentlichkeistarbeit leisten, um präsenter zu sein. Die Informatica08 kann hier ein guter Startpunkt sein.
Übrigens: Auch die USA scheint einen Informatiker-Mangel zu haben. So ruft Bill Gates den amerikanischen Kongress dazu auf, mehr Visa für Fachkräfte zu bewilligen.
NZZ am Sonntag, 16.03.08 / Washington Post, 19.03.2006
Kommentar von Rolf Marugg — März 16, 2008 #