Abschluss-Eintrag
Mai 18, 2008 at 7:49 | In Nicht kategorisiert | 1 CommentNach mehreren Wochen „informatica08″ komme ich zu folgendem Fazit:
- grundsätzlich bin ich froh, dass es offensichtlich schon viele Organisationen, Einzelpersonen, Vereine, etc. gibt, die sich engagiert für sinnvolle Lösungen einsetzen und diese mit beharrlicher Arbeit teilweise auch umsetzen können
- die Thematik ist äusserst vielschichtig und dementsprechend komplex, wenn es daran geht, Massnahmen zu formulieren und umzusetzen
- die gesellschaftliche Komponente, die der Thematik anhaftet, deutet darauf hin, dass die Problematik des Informatikstandortes CH nur schrittweise angegangen werden kann. Eine „Revolution“ kann nicht erwartet werden
- Aus diesem Grund bin ich auch zu der Meinung gelangt, dass die informatica08 zwar ein interessanter Anlass ist, aber die Wirkung auf den Informatikstandort CH gering sein wird
- beherztes Engagement, sei es im privaten oder im beruflichen Umfeld, ist nach wie vor die Möglichkeit, die ich/wir haben, um diesen Prozess unterstützen zu können
Ich möchte mich hiermit auch noch bei Rolf bedanken, der mich mit seinen Kommentaren immer wieder zu neuen Gedankengänge beflügelt hat.
Frauen und IT
Mai 15, 2008 at 9:49 | In Nicht kategorisiert | 2 CommentsEine weitere Massnahme, die im Rahmen der informatica08 forciert wird bzw. forciert werden sollte, ist die Frauenförderung in technischen Berufen, im speziellen in der Informatik.
Gemäss dem schweizerischen Bundesamt für Statistik sind die Frauen in der IKT-Ausbildung „kontinuierlich unterrepräsentiert“.
Diese Tatsache ist jedoch schon lange bekannt, wie eine Studie aus dem Jahre 2004 beweist.
Dass dieses Thema wieder aufgefrischt wird, liegt wohl unter anderem daran, dass Wirtschafts- und Forschungsvertreter mittlerweile zum Schluss gekommen sind, dass durch die Einstellung von Frauen in IT-Bereichen ein nicht zu verachtender Mehrwert generiert wird.
Die Frage ist natürlich: Warum gibt es denn tatsächlich so wenige Frauen in der IT-Branche, wenn sie doch mit einem Informatikabschluss so gesucht sind und einer spannenden und lukrativen Aufgabe entgegensehen können?
Diese Frage wird aus meiner Sicht in den Medien erstaunlich durchdacht diskutiert. Dabei sind mehrere Dimensionen zu beachten.
- gesellschaftliche Dimension
- bildungspolitische Dimension
- disziplin-bezogene Dimension
- kulturelle Dimension
Ich möchte mich aber nur auf die gesellschaftlichen Aspekte konzentrieren. Die Artikel, die ich im weiteren Verlauf des Eintrags zitiere, enthalten jedoch alle auch Informationen zu den anderen Bereichen.
Gesellschaftliche Aspekte:
Sowohl im oberen Artikel als auch in weiteren Artikeln wie z.B. in diesem Artikel, der von Henriette Baumann, Vorsitzende der SI-Fachgruppe donna informatica, verfasst wurde, wird die Problematik des veralteten Frauen- und Familienbild angesprochen. Auch Prof. Dr. Zehnder von der ETH Zürich sieht eine der Ursachen für den Frauenmangel in technischen Berufen in der traditionellen Rollenverteilung.
Ich bin der Meinung, dass sich diese Problematik nicht nur auf eine Branche reduzieren lässt, sondern viel mehr Ausdruck einer generellen Ein- bzw. Unterschätzung der Frau ist. Als mathematik- und physikbegeisterte Frau und Mutter bin ich schon oft mit solchen eingeengten, veralteten Sicht- und Handlungsweisen konfrontiert worden. Dies fing schon bei der Wahl meiner Maturaarbeit-Thematik an und zieht sich leider bis jetzt kontinuierlich durch meinen Lebensweg.
Entäuschenderweise sind es oft Frauen, die die verschiedenen Modelle (berufstätige Mutter vs. Mutter „im herkömmlichen Sinne“) als Fronten aufspannen, so dass ungemein lächerliche Diskussionen über die Rolle der Frau/Mutter entstehen, die die Situation in meinen Augen noch verschlimmern.
Es sollte doch möglich sein, ein wirtschaftliches, politisches und gesellschaftliches Umfeld zu formen, das berufstätigen Müttern / Eltern die Möglichkeit gibt beiden Verpflichtungen in einem angemessenen Umfang nachkommen zu können ohne dabei finanziell oder energetisch an bzw. über die Grenzen zu gelangen und dabei nicht die Mütter / Eltern „im herkömmlichen Sinne“ zu benachteiligen. Welches Modell nun das Bessere ist, soll und muss jede Mutter / Familie für sich entscheiden und auch entscheiden können ohne dabei andere Lebensformen herabzusetzen oder einzuschränken wie es heute nach wie vor der Fall ist.
Beim internationalen Vergleich wird auch ersichtlich, dass die Schweiz weit hinten liegt. Der Artikel „Informatik – Boom ohne Frauen?“ setzt sich fundiert mit dieser Thematik auseinander.
Offensichtlich ist die Schweiz im Bereich Frauenförderung und Familienpolitik ein „Entwicklungsland“. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass unablässig Missstände aufgezeigt, Massnahmen formuliert und umgesetzt werden. Eine grosse Protion Feminismus ist an dieser Stelle unabdingbar.
politische Differenzen als Fortschrittsbremse?
April 10, 2008 at 8:54 | In Nicht kategorisiert | 2 CommentsIm ersten Eintrag „Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer“ habe ich die Frage aufgeworfen, wie denn der Informatikunterricht an Mittelschulen aussehen soll.
Bei meiner letzten Recherche habe ich dazu noch einige interessante Artikel gefunden, die dieser Problemstellung eine neue Dimension geben. Aus diesem Grund möchte ich in diesem Beitrag diese Problemstellung noch näher betrachten.
Prof C. A. Zehnder, Dozent an der ETH Zürich hat sich schon im Jahre 2000 mit dem Informatikunterricht an Mittelschulen auseinandergesetzt. Dabei bezieht er sich auf die Veränderungen, die beim Übergang vom Maturitätsanerkennungsverordnung (MAV) zum Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) in Bezug auf die Informatik ergeben haben.
Ich konzentriere mich im weiteren Verlauf auf folgende Veränderungen:
- Art der Reglementierung -> Informatik nicht mehr als Maturafach
- Informatik-Inhalte -> vom Programmieren zur Anwendung von Standardprogrammen
Der erste Punkt sieht er nicht ganz so negativ wie andere Vertreter aus dem Bereich Informatik. Er setzt sich jedoch für eine klare Trennung zwischen informatikanwendung und Fachinformatik (= Konzeptwissen). Diese Forderung tangiert auch die Entwicklung, die im dritten Punkt beschrieben ist.
Prof C. A. Zehnder setzt sich dafür ein, dass die Informatikanwendung in den allgemeinen Unterricht eingebunden wird. So soll auch die von der MAR angestrebte Vernetzung ermöglicht werden.
Seine zweite Forderung, ein Grundlagenfach „Fachinformatik“ einzuführen, steht im Rahmen der informatica08 wieder einmal auf der „To-do-Liste“. Offensichtlich ist in diesem Bereich noch keine Änderung durchgesetzt worden.
Eine skeptischere Einstellung gegenüber den Veränderungen im Zuge des MAR hat(te) Prof. Hermann Knoll, Dozent an der HTW Chur und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verein für Informatik in der Ausbildung (SVIA) in seinem Vortrag im Jahre 2005 zu Tage gelegt:
Die von Prof C. A. Zehnder angestrebte Vernetzung habe nicht stattgefunden, da die Lehrpersonen nicht dafür ausgebildet seien und sich statt ein Miteinander der informatik und Fachinhalte eine Konkurrenz entwickelt hat, die zur Folge hatte, dass die Informatik auf der Strecke blieb.
Die Informatik als eigenständige Disziplin zu betrachten und dementsprechend als Maturafach anzubieten, ist laut Prof. H. Knoll auch nicht auf offene Ohren gestossen. Im Gegenteil, Vorstösse von einzelnen Kantone wurden klar abgewiesen.
Offensichtlich war die politische Vertretung trotz Hinweisen zur Dringlichkeit und Wichtigkeit eines Ergänzung- bzw. Grundlagenfach Informatik von Fachpersonen und -organisation, nicht dazu bereit, diese Forderungen auch umzusetzen.
Der SVIA setzte sich daher weiterhin für die Einführung eines Ergänzungsfach Informatik ein und strebte nach Abschluss des Projekts „Ergänzungsfach“ die Diskussion über Informatik als Grundlagen- und Schwerpunktfach an.
Ein Jahr nach diesem Vortrag ist eine Rahmenlehrplan formuliert worden. Dieser kann man auch auf der Homepage des SVIA unter Aktuell abrufen. Laut SVIA steht der Beschluss noch aus.
Ein interessanter Artikel zu dieser Problematik zeigt noch weitere mögliche Gründe für das schleppende Vorankommen bei der Lösung dieser Problemstellung auf. Ein Vertreter des Departement Informatik hat dazu einen Kommentar geschrieben, in dem er die Rolle der ETH Zürich in dieser Debatte darstellt. Dabei verweist er auf das Kompetenz- und Beratungszentrum für Informatikunterricht, das kostenlosen informatikunterricht an Mittelschulen anbietet.
Es ist erstaunlich, dass trotz aller Bemühungen noch keine wirklich massgebliche Veränderung stattgefunden hat. Dies ist bedauerlich, wenn man sieht wie wichtig eine solche Verankerung der Informatik im Unterricht für die Zukunft des Informatikstandortes Schweiz und somit auch für die Informationsgesellschaft an sich ist.
Zwischenbemerkung
April 7, 2008 at 4:59 | In Nicht kategorisiert | Leave a CommentWie ich in der Lektion angedeutet habe, habe ich unsere Anliegen an die Organisatoren der informatica08 zusammengestellt und der verantwortlichen Person geschickt. Abgesehen von der Lesebestätigung habe ich jedoch keine Reaktion erhalten, obwohl dieser Mailkontakt nun doch schon einige Zeit zurückliegt. Ich werde mich nochmals melden und hoffen, dass wir eine Antwort erhalten werden. Ansonsten stelle ich die Anliegen auf der Seite von Nodus ein, damit unsere Anliegen wenigstens publik gemacht werden.
IT-Outsourcing: Symptom des Informatikermangels?
März 19, 2008 at 10:37 | In Nicht kategorisiert | 1 CommentWie Rolf in seinem Kommentar zu meinem Eintrag „Motivation“ angedeutet hat, sind die Motive fürs outsourcen im Informatikbereich nicht so eindeutig, wie es in der Eröffnungsrede der informatica08 dargestellt wurde.
In der Diplomarbeit Realoptionsanalyse zur Bewertung von
IT-Outsourcing-Projekten, die im Jahre 2006 von einem Studenten der Universität Zürich erarbeitet wurde, bin ich auf einen interessanten Zugang zum Thema Outsourcing gestossen.
Ich möchte mich auf das Kapitel, das sich mit den Motiven fürs Outsorucing befasst, beziehen.
Als Hauptmotive führt er die Kostenreduktion, den Zugang zu Know How, durchgehende Arbeitszeit (24/7), erhöhte Flexibilität (=Handlungsoptionen) und Zugang zu Universitäten des Gastlandes auf.
Weitere Motive sind in einer Tabelle zusammengefasst, die ich im Dokument tabelle_outsourcing neu dargestellt habe.
Laut dieser Diplomarbeit ist die Personalknappheit tatsächlich ein Grund für Outsourcing-Projekte.
Nachdem ich weitere Quellen durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass fast in jedem Artikel Personalknappheit bzw. mangelnde Qualifizierung des Personals Gründe fürs Outsourcing sind. Doch die Ursache für diesen Mangel wird nicht nur bildungspolitisch begründet, sondern auch aus finanzieller Sicht beleuchtet. Zudem ist die Gewichtung je nach Artikel unterschiedlich stark.
Prof. Frank Koch, Leiter Zentrum für Wirtschaftsinformatik, Zürcher Hochschule Winthertur spricht in dem Artikel „Offshoring und die IKT-Branche – ein folgenreiches Zusammentreffen“ die Motivation hinter IKT-Offshoring an. Dabei zeigt er zwei Dimensionen des Personalmangels auf: die Qualifikation des Personals als Kostenfaktoren, sowie der Bedarf an Informatikern, der durch die Abgängerzahlen der Hochschulen nicht gedeckt werden kann.
In einer Marktrecherche zum Thema IT-Outsourcing wird im Bereich Personal die mangelnde Qualifikation der eigenen Mitarbeiter in Vordergrund gestellt. Mit 14% liegt die Gewichtung dieses Grundes hinter den Gründen „Kosten“ [33%], Konzentration auf Kernkompetenz [19%] und Qualität mit 17%.
In der Studie „Outsourcing 2007“ wird ein anderes Bild vermittelt. Der Zugang zu besonders spezialisierten externen Ressourcen und Fähigkeiten wird von Entscheidungsträgern betroffener Unternehmen als zweitbedeutenster Grund angegeben.
Auch der Artikel „Sind Outsourcing und Offshoring die neuen Heilmittel bei
Informatik-Problemen?“ gewichtet den anhaltenden Mangel von Informatik-Fachkräften bei der Analyse der Gründe für Outsourcing erstaunlich stark.
Eine interessante Sichtweise bringt der Artikel „Outsourcing nach Indien:
der Tiger auf dem Sprung“ mit ein. Die Engpässe beim Nachwuchs scheinen nicht nur Probleme der westlichen Welt zu sein. Nach diesem Artikel zu urteilen, erwartet Indien eine ähnlich negative Entwicklung im Bereich Informatik-Nachwuchs und Qualität der Ausbildung. Es folgt der Ruf nach einer Informatik-Grundausbildung in frühen Schulstufen.
Es wäre interessant zu vergleichen, ob und wenn ja welche Massnahmen die indischen Politisierenden dieser Problemstellung nachfolgen lassen im Gegensatz zu den Politisierenden in der westlichen Welt.
„Wenn die Arbeit nach Osten wandert“ zeigt eine neue Dimension der Herausforderung Outsourcing auf: die langfristige Überalterung der westlichen Gesellschaft. Er deutet darauf hin, dass das Outsourcing mehr Gutes als schlechtes bringt, da es in Indien Millionen von bildungshungrigen Kindern gebe, die nur darauf warten, die beste Berufsausbildung zu erhalten.
Diese Artikel zeigen auf, dass die Wahrnehmung des Personalmangels als Problem unterschiedlich aufgenommen wird. Zudem zeigen sie auf, dass das Outsourcing mannigfaltige Gründe hat und verschiedene Dimensionen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Etnwicklung tangiert.
Die Problemstellung „Informatikstandort CH“ hat also mit vielen Faktoren zu kämpfen. Im nächsten Beitrag möchte ich mich dem Thema „Frauen und IT“ widmen und so mehr in gesellschaftliche Dimensionen vordringen.
Investition in die Informatik-Ausbildung
März 10, 2008 at 10:14 | In Nicht kategorisiert | 1 CommentEin weiterer Punkt in der Eröffnungsrede der politischen Vertretung im Patronat der informatica08 ist folgendermassen formuliert:
„Investieren wir in die Ausbildung von Informatikern und Informatikerinnen – dass der Frauenanteil an den ICT-Abschlüssen nur bei 10,4% liegt, genügt mir nicht.“
Die Frage des geringen Frauenanteil thematisiere ich in einem späteren Eintrag.
Zur Investition in die Ausbildung von Informatikern und Informatikerinnen:
Eine Investition sollte an und für sich schnell umgesetzt werden können. Die Frage ist jedoch, ob eine solche Investition tatsächlich notwendig ist, und falls ja, wie man sie am besten einsetzen will, um fehlende Informatikstudierende bzw. -lehrabsolvierende mobilisieren zu können.
Laut ICTSwitzerland, Dachorganisation der wichtigsten Verbände und Organisationen des schweizerischen Informatik- und Telecomsektors, gibt es in der Schweiz ein vollständiges und gutes Ausbildungsangebot. Dieses werde aber ungenügend genutzt. *mehr zu dieser Aussage*
Daraus schliesse ich, dass das Problem der fehlenden Studien- bzw. Lehranfänger nicht im Ausbildungsangebot liegt, sondern andere Gründe hat.
Eine finanzielle Unterstützung der Informatikausbildung auf Lehr- und Studienniveau ist natürlich kein Fehler, doch packt sie die Wurzel des Problems bzw. der Probleme offensichtlich nicht an.
Vielmehr muss dafür gesorgt werden, dass schon in früheren Stufen die Informatik ihren verdienten Platz findet und dadurch mehr Schüler /- innen für diese Wissenschaft begeistert werden. Da ist in meinen Augen eine finanzielle Unterstützung zwingend erforderlich. (Näheres zu diesem Thema in einem späteren Eintrag)
Ich denke, dass mit einer sinnvollen Einführung der Informatik in der Grundschule ein Problem des Informatikstandortes Schweiz effektiv angegangen werden kann.
Doch darf man dabei nicht vergessen, dass der momentane Zustand nicht nur davon abhängt, sondern auf mehreren unterschiedlichen Komponenten beruht, die entdeckt, thematisiert und in Angriff genommen werden müssen.
Eine Investition klingt immer positiv. Doch auch bei diesem Punkt bin ich ziemlich unglücklich mit der Aussage, die schlussendlich getätigt wird. Ich habe dabei einfach das Gefühl, dass in der Politik noch gar nicht klar ist, welche Dimensionen diese Problematik inne hat.
Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer
März 9, 2008 at 10:41 | In Nicht kategorisiert | 2 CommentsWie ich im letzten Eintrag angedeutet habe, betrachte ich in diesem Beitrag die bildungspolitischen Massnahmen die im Rahmen der informatica08 ins Zentrum gerückt worden sind.
Dabei konzentriere ich mich auf die von der Bundesrätin Doris Leuthard in der Eröffnungsrede (siehe auch „bildungspolitische Massnahmen“ im vorhergenden Eintrag) am IT-Summit angeschnittenen Punkte.
Wenn man den ersten Punkt betrachtet „Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer in Berufsmatura und Gymnasium“ treten schon erste Fragen auf.
Bei der Berufsmatura werden sechs Typen mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten.
Soll nun den Typen, die bereits mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet sind, mehr Bedeutung zugesprochen und so die bereits bestehende Wertung der unterschiedlichen Fähigkeiten zugespitzt werden?
Oder soll der mathematisch-naturwissenschaftliche Bereich in den anderen Berufsmatura-Typen integriert werden im Stile eines allgemeinbildenden Faches und somit ein weiteres „Angstfach“ für Schüler/-innen, die keinen oder einen steinigen Zugang zu solchen Fächern haben, eingeführt werden?
Bei der gymnasialen Ausbildung gibt es da eine weniger problematische Ausgangslage. Die naturwissenschaftlichen Fächer gehören bereits zum Grundlagenbereich, zudem besteht die Möglichkeit Schwerpunktfächer und Ergänzungsfächer der Naturwissenschaft zu wählen.
Doch wie soll ein Stärkung dieser Fächer erreicht werden?
Im Grundlagenbereich den Fokus auf Naturwissenschaft legen, oder das Angebot an Schwerpunktfächer und Ergänzungsfächer ausbauen?
Die zweite Variante hätte zur Folge, dass keine allgemeine Ausbildung im Bereich Naturwissenschaft erreicht werden kann, sondern „nur“ interessierte Schüler/-innen sich vertiefen können, wie es heute bereits der Fall ist.
Abgesehen davon, dass dieser Punkt sehr schwammig formuliert ist, frage ich mich auch, ob eine generelle Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer tatsächlich zur Förderung der Informatik einen nachhaltigen Beitrag leisten kann.
In meinen Augen sollte die Informatik als eigenständige Disziplin betrachtet werden. Die Fähigkeiten, die man als Schüler/-in in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern erlangt, deuten meines Erachtens nicht zwingend auf einen einfacheren Zugang zur Informatik hin.
Da Schulreformen oft schwierig umzusetzen sind, bin ich der Meinung, dass man den Fokus auf die relevanten Vorstösse zur Förderung der Informatikkentnisse legen soll und nicht seine Kraft, Zeit und finanziellen Möglichkeiten für Massnahmen einsetzt, die keine oder wenige Auswirkungen auf die problematische Situation haben.
Motivation
März 4, 2008 at 8:25 | In Nicht kategorisiert | 3 CommentsAls ich die zur Verfügung gestellte Themenliste überflog, sprang mir die informatica08 sofort ins Auge. Im Nachhinein ist es schwierig zu sagen was der Auslöser dafür war. Es könnte am italienischen Namen liegen oder vielleicht auch an der Vorstellung, ein technisches Thema könnte sich dahinter verbergen.
Doch was sich hinter der informatica08 tatsächlich verbirgt, wusste ich damals nicht.
Nach einer kurzen Recherche entschied ich mich dieses Thema zu bearbeiten:
Schlagzeilen wie die folgenden „Das Verschwinden der Informatik“, „Erosion der Informatikausbildung“, „Dringend nötig: Werbung für Informatik“ deuteten darauf hin, dass dem Informatikstandort Schweiz vielfältige Probleme bzw. Herausforderungen bevorstehen, die es kritisch zu beleuchten gilt.
Nebst den spannenden Auseinandersetzungen mit oben angedeuteten Problemstellungen, die mir durch diese Themenwahl bevorstanden, beschäftigten mich (als Mutter eines sechs-jährigen Knaben) natürlich auch die bildungspolitische Massnahmen, die durch die informatica08 angetrieben werden sollte.
Die verschiedenen Vorschläge zur Ausbildung im Bereich Informatik möchte ich in den nächsten Einträgen genauer betrachten und hinterfragen.
informatica08
Februar 24, 2008 at 7:36 | In Nicht kategorisiert | Leave a CommentDieser Blog ist Teil des Leistungsnachweis im Fach Informationsgesellschaft, -ethik und politik (Studiengang Informationswissenschaft an der HTW Chur)
In diesem Beitrag gebe ich einen Ausschnitt aus meiner Unterrichtslektion wieder, um eine Übersicht über den Anlass informatica08 aufzuzeigen.
Dabei habe ich mich auf die Eckdaten beschränkt, die darstellen, wer hinter der informatica08 steht, welche Ziele sie verfolgt, welche Problemstellungen Auslöser für diese Initiative sind und welche Inhalte die informatica08 zu bieten hat.
INFORMATICA08
Trägerschaft:
- Patronatskomitee: 19 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung
- Verbände: 13 Verbände aus dem Bereich Informatik und Telekommunikation
- Sponsoren und Partner
- Position der Schweizer Informatik für eine mittel- bis längerfristige Zukunft sichern
- Der Öffentlichkeit die zentrale Bedeutung der Informatik für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft besser bewusst machen
- Interesse der Jugendlichen für die Informatik als spannende Wissenschaft und langfristig attraktives Berufsfeld zu wecken
- Guten Nachwuchs für Informatikstudium und Informatikberufslehre gewinnen
- Fördern der Informatik-Grundbildung in den allgemeinbildenden Schulen
- Interesse an der Informatik-Forschung in der Schweiz fördern
- Mädchen und Frauen in der Informatik unterstützen
Problematik des Informatikstandortes Schweiz:
- Mangel an Informatik-Abgängern
- Mangel an gutausgebildeten Informatikern
- bildungspolitische Defizite
- Imageprobleme
- Abwanderung ins Ausland
- fehlende Vernetzung
- Rückzug grosser IT-Firmen aus der Öffentlichkeit
- mangelhaftes Ökosystem
- kleine / kleinste Informatikbetriebe
- IT-Verbanddschungel
- Informatikforschung relativ schmal
- Events und Projekte zu den Themen Verletzlichkeit, Competence in IT, Aus- und Weiterbildung, Forschung, Frauen und IT, Umwelt und IT, Accesibility und Informatikstandort CH
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